Leere Pharmakologie

Wer kennt sie nicht, die Angst vor dem leeren Blatt? Aber was, wenn der ganze Kopf einfach nur noch hohl ist? Wenn da keine Inspiration mehr ist, keine Phantasie, keine verrückten Träume, von der verflachten Gefühlswelt ganz zu schweigen. Wenn die Frage um den Sinn von Allem immer nur im Kreislauf bei Sinnlosigkeit als Antwort hängen bleibt? Das alles hat aber nun nichts mit Meditation und dem Weg zu Erleuchtung zu tun, sondern mit der Pharmaindustrie und dem Psychiatriebetrieb. Erstere hätte nie privatwirtschaftlich sein dürfen, denn die Profitgier (wie man schön an den aktuellen Schlagzeilen zur Antibiotikaforschung sehen kann) steht leider über dem Patienten. Meiner Meinung nach gehört alles, wo derzeit Geld mehr wiegt als Menschen verstaatlicht (Gesundheitswesen von jeder Krankenkasse bis hin zur Medikamentenforschung, Schulwesen, Militär, Universitäten) oder sollten als Non-Profit Einrichtung zu führen sein; aber auf mich hört ja keiner.

Mein Lieblingsnegativbeispiel aus der Pharmaindustrie: Antidepressiva, die die Serotoninaufnahme hemmen bzw. Seratonin und Noradrenalin – also fast alle aktuellen. Fällt nur mir das Paradoxon auf, dass es nicht hilfreich ist, jemanden, der eh schon zu wenig Seratonin hat noch weiter zu hemmen? Kein Wunder, dass es hier immer wieder zur paradoxen Nebenwirkung kommt, dass sich die Symptome bis hin zum Suizid verschlimmern.

Und wehe man ist irgendwie selten, Cannabispatient zum Beispiel. So langsam gibt es da ein Muster: Entweder Angst oder Vorurteile, aber mit Cannabispatienten will kein Psychiater sich abgeben! Danke! *Vorsicht, Sarkasmus* Nicht, dass ich gerne mit diesem Volk zu tun habe, aber so schwer muss man es doch einem auch nicht machen.

Und so driftet die Leere durch den Kopf. Wut macht keinen Sinn. Reden macht keinen Sinn. Einfach mal runter schreiben und wieder löschen im Zweifel.