Meine private Folge „Bitte melde Dich!“

Der ein oder andere kennt sie noch, die Sendung „Bitte melde Dich!“ (heutzutage analoge Sendungen gibt es zuhauf). Eine Sendung, in der ein vermutlich etwas einsamer Mensch verzweifelt einen alten Freund, Familienmitglied oder die große Liebe wiederfinden möchte. Meine Geschichte fing vor 20 Jahren an.

1999 starb mein Vater und mein Leben zerbrach in gefühlt tausend Scherben, die ich heute noch zusammenzusetzen versuche. Eine Scherbe war meine zwölf Jahre jüngere Schwester, die es ans andere Ende Deutschlands verschlug und die ich danach nur noch einmal im August 2006 gesehen habe. Vor drei Jahren traute ich mich dann, sie über Facebook, wo ich sie glücklicherweise finden konnte (wer braucht noch private Sender, wo es doch das Internet gibt?), anzuschreiben und seitdem hatten wir losen eMail-Kontakt. Letzte Woche war es dann zum ersten Mal so weit: Ein Telefonat – seitdem ist es nicht mehr nur ein fernes Beschnuppern, sondern pure Freude! Zugegeben, die Erinnerungen an diese Zeit, die damit einfach verbunden sind, sind nicht wirklich angenehm und weniger gut verarbeitet als ich dachte, doch dieses Gefühl, ein Stück seiner Selbst wieder zurückbekommen zu haben, ist jeden damit verbundenen Schmerz und jede schlaflose Nacht wert!

Ich freue mich nun sehr darauf, diese hübsche junge Frau auch endlich mal wieder in den Arm nehmen zu können. Mit etwas Glück wird das noch dieses Jahr soweit sein – ich kann es kaum erwarten!